#2 Stoppt Gewalt der Securities!

Gewalt und Schikane durch gewaltbereites und neonazistisches Sicherheitspersonal sind in deutschen Lagern an der Tagesordnung. Deren Kooperation mit der Polizei scheint eine unproblematische Selbstverständlichkeit zu sein. #Donauwörth, #Burbach, oder #Berlin sind nur Beispiele für die alltägliche Gewalt, der Geflüchtete ausgesetzt sind. Wir erinnern uns an die anschließende Kriminalisierung von Betroffenen, wie beispielsweise in Bamberg und Fürstenfeldbruck. Wir erinnern uns an die Kämpfe von geflüchteten Frauen gegen (sexualisierte) Gewalt durch Wachpersonal. Auch in Donauwörth haben die Bewohner*innen auf die alltäglichen Übergriffe hingewiesen:
“Das Malteser Sicherheitspersonal behandelte uns brutal: Wenn es ein Missverständnis mit einem Wachmann gab, kamen im Nu Sicherheitskräfte aus allen Winkeln des Lagers angelaufen und warfen den Geflüchteten ohne weitere Fragen zu Boden, fixierten ihn, knieten sich auf seinen Kopf, seinen Körper, seine Beine.”

#1 Kampagnenstart am Münchner Rindermarkt

Am Rindermarkt (München) startete am Sonntag, 30.September 2018 die Kampagne #DW32 – Rassistische Gewalt entfacht Leid für Geflüchtete. Auf dem Rindermarktbrunnen wurde ein Schild mit der Aufschrift angebracht „Hört die Stimmen der Unterdrückten“. Rindermarkt ist der Ort, an dem Geflüchtete als „Non Citizen“ im Jahr 2013 ihren Forderungen mit einem Hungerstreik Gehör verschafften und von der Polizei rechtswidrig und brutal geräumt wurden.
Im Rahmen der Kampagne wollen wir die Kämpfe in Lagern wie Donauwörth öffentlich sichtbar machen, solidarisch mit den Betroffenen von Repression stehen und die Anklagen umkehren. Anfang des Jahres wurden dort u.a. die 80 Cent Jobs bestreikt. Zuvor und während des Streiks suchten die Geflüchteten immer wieder erfolglos den Dialog mit den Verantwortlichen. Mit dem Besuch des Innenministers in der EA wurde jede Möglichkeit gehört zu werden zurück gewiesen: “Wir dachten, wir hätten nun endlich die Möglichkeit, ihm unsere Version der Geschichte zu erzählen. Doch dann hörten wir, dass der Minister nicht mit Schwarzen Menschen sprechen wolle.”

Macht mit bei der Soli-Aktion: 32 Forderungen – 32 Inhaftierte aus Donauwörth

14. März 2018: Massive Polizeigewalt wurde in der damaligen Erstaufnahmeeinrichtung gegen Geflüchtete angewendet. 29 Personen wurden hierbei verhaftet, und zum Teil aus der Haft abgeschoben. [Einen etwas älteren Text zu den Vorkommnis findet Ihr hier].
Am 7. November starten die Gerichtsprozesse in Augsburg. Nicht nur Donauwörth, sondern auch Deggendorf, Ellwangen und Waldkraiburg zeigen, dass Polizeigewalt und Kriminalisierung von geflüchteten Menschen überall sind.
Lasst uns auch antirassistische Forderungen überall hinbringen.
Macht mit bei der Kampagne: Druckt eine Forderung aus, zeigt sie an einem öffentlichen Ort oder Denkmal, macht ein Foto und schickt es uns.

Twitter and Facebook: @antira_muc

Eine Chronologie der Ereignisse in der Erstaufnahmeeinrichtung Donauwörth – David Jassey

David Jassey, ehemaliges Mitglied des gambischen Integrationskomitees und dessen Exekutive, berichtet über die Selbstorganisation der gambischen Flüchtlinge im Ersaufnahmeeinrichtung Donauwörth (Bayern) und analysiert die Auswirkungen des massiven Polizeiangriffs im Lager am 14. März 2018. Die 30 gambischen Flüchtlinge, die bei dieser Operation verhaftet wurden, leiden noch immer unter ihrer Viktimisierung (weitere Informationen zur Unterstützungskampagne, sh. Ende des Textes).

Von David Jassey

Im Erstaufnahmelager Donauwörth leben Menschen aus der Türkei, Georgien, Pakistan, Somalia und anderen Nationen. Zwischen November 2017 und März 2018 stellten Geflüchtete aus Gambia die Mehrheit der Bewohner_innen. Die meisten von uns Gambier_innen lernten sich erst im Lager kennen. Obwohl wir Asylsuchende mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert waren, wussten wir, dass wir uns organisieren müssen, wenn wir in die deutsche Gesellschaft integriert werden wollen. Continue reading “Eine Chronologie der Ereignisse in der Erstaufnahmeeinrichtung Donauwörth – David Jassey”

Hier gibt’s nix zu feiern! – Proteste gegen die Einweihung des Landesamtes für Asyl in Manching / Ingolstadt am 27/07/2018

Am Freitag den 27.7.2018 kommen Söder und Herrmann vormittags nach Manching/Ingolstadt, um bei einer feierlichen Schlüsselübergabe die Einweihung des Landesamtes für Asyl zu feiern. Wir finden das zum Kotzen. Die CSU setzt mit dem Landesamt die Pläne um Abschiebungen zu beschleunigen und ihre Kompetenzen auf Landesebene auszuweiten. Damit macht sie ihre rassistisch motivierte Drohung wahr, sich selbst um die gewaltsame Ausweisungen von Menschen zu kümmern und die Situation von Geflüchteten noch unerträglicher zu machen. Abschiebungen und die rechte Wahlkampfstrategie der CSU sind für uns kein Grund zum Feiern. 

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Bayerischer Flüchtlingsrat und IMMA zur geplanten Abschiebung einer hochschwangeren Frau am 30/05/2018: „Gipfel menschenunwürdiger ‚christsozialer’ Politik“

Gemeinsame Pressemitteilung vom Bayerischen Flüchtlingsrat und IMMA e.V. vom  28. Mai 2018

Hochschwangere in Abschiebehaft

21-jährige soll 2 Tage vor Beginn des Mutterschutzes abgeschoben werden / Fünfjähriger Sohn vom Jugendamt in Obhut genommen / Flüchtlingsrat: „Gipfel menschenunwürdiger  ‚christsozialer’ Politik“

Die hochschwangere Frau A. (21 Jahre alt) war in Hengersberg, einer Außenstelle des Transitzentrum Deggendorfs, untergebracht, zusammen mit ihrem fünfjährigen Sohn und ihrem Partner, der auch der Vater ihres ungeborenen Kindes ist. Der errechnete Entbindungstermin ist am 13.7.2018, der gesetzliche Mutterschutz beginnt somit am 1.6.2018. Ab diesem Datum darf Frau A. nicht mehr abgeschoben werden. Continue reading “Bayerischer Flüchtlingsrat und IMMA zur geplanten Abschiebung einer hochschwangeren Frau am 30/05/2018: „Gipfel menschenunwürdiger ‚christsozialer’ Politik“”

Freiheit für die Geflüchteten in Donauwörth, Ellwangen, und überall! #FreeDW32!

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Spätestens seit den jüngsten Vorkommnissen in Ellwangen stehen die Zustände in deutschen Abschiebelagern wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Doch Ellwangen ist kein Einzelfall. Eine Serie von Polizeigewalt die noch massiver ist als gewohnt zieht sich durch Bayern. Der weitere Ausbau der Befugnisse von Beamt*innen und Behörden im Mai 2017, sowie die jüngsten Verschärfungen des PAG (Polizeiaufgabengesetz) in 2017 und 2018 bedeuten auch mehr Gewalt. Menschen wurden schon immer in sogenannten ‘Gemeinschaftsunterkünften’ isoliert, degradiert, ihrer Rechte beraubt, von der Polizei schikaniert und bei Abschiebungen verletzt.  Gewaltausübung und Razzien in Lagern sind also keine Neuheit. Gleichzeitig nehmen die Gewaltexzesse und Repressionen nicht nur zu, sondern werden sogar rechtlich vereinfacht. Die Anzahl der Polizeiausschreitungen ist genau in den Monaten gewachsen, als die Diskussionen um das PAG lauter wurden, und die AnkER-Zentren auf der Wunschliste von CDU, CSU und SPD landeten. Continue reading “Freiheit für die Geflüchteten in Donauwörth, Ellwangen, und überall! #FreeDW32!”

Massive Polizeigewalt bei überfallartigem Einsatz in Deggendorf und Hengersberg am 14/05/18: Die Sicht der Betroffenen

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Serie massiver Polizeigewalt: Nach Ellwangen und Donauwörth kam es in Deggendorf und Hengersberg zu zwei Polizei-Großeinsätzen in einer Woche. Bereits am Montag, den 14.05.2018 führte die Polizei einen Großeinsatz im Abschiebelager in Deggendorf und der Geflüchtetenunterkunft in Hengersberg durch.

Über 200 Beamt*innen stürmten in Kampfmontur und mit Polizeihunden gegen drei Uhr morgens die Unterkünfte. Erklärtes Ziel war die Einschüchterung der Geflüchteten, um künftige Solidarisierungen der Bewohnenden bei Abschiebungen zu vermeiden. Zudem sollten zehn Personen abgeschoben werden: Eine Familie mit zwei Kindern, vier Männer, eine im siebten Monat schwangere Frau und ihr Sohn. Die 21-jährige Frau wurde gefesselt, unter Gewaltanwendung von ihrem vierjährigen Kind getrennt und in Abschiebehaft genommen. Eine andere Person verletzte sich aus Angst vor ihrer Abschiebung selbst und musste ins Bezirkskrankenhaus eingeliefert werden. Zwei Personen wurden trotz der Durchsuchung des gesamten Gebäudes nicht angetroffen. Eine weitere Person stoppte ihre Abschiebung im letzten Moment am Flughafen.  Continue reading “Massive Polizeigewalt bei überfallartigem Einsatz in Deggendorf und Hengersberg am 14/05/18: Die Sicht der Betroffenen”

Schluss mit der Kriminalisierung von Geflüchteten – solidarischer Gerichtsbesuch, 27.03, Bamberg

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Wieder werden Menschen fernab der Öffentlichkeit in isolierten Lagern kriminalisiert. Diesesmal mittels der konstruierten Anklage der gefährlichen Körperverletzung, obwohl Misshandlungen seitens der Securities des bamberger Abschieblagers (AEO) vorliegen. Dies gilt es zu druchbrechen! Daher rufen wir auf zum solidarischen Besuch der Gerichtsverhandlung am 27.3.2018 am Amtsgericht Bamberg.

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Stellungnahme zur Polizeigewalt in der Erstaufnahmeeinrichtung in Donauwörth am 14. März 2018

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Am Mittwoch, den 14. März, kam es zu massiver Polizeigewalt und mindestens 29 Inhaftierungen infolge legitimer Proteste gegen eine versuchte Abschiebung. Noch immer ist der Verbleib der Festgenommenen unbekannt. Von Seiten der Geflücheteten ging keine Gewalt gegen Personen aus. Die Vorwürfe wie Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung sind konstruiert und bedürfen einer unabhängigen Aufklärung.

Seit Monaten kritisieren Geflüchtete und Menschenrechtsverbände die unmenschlichen Lebensbedingungen in der Erstaufnahmeeinrichtung (EA) Donauwörth. Innenminister Herrmann nutzte von der Polizei verbreitete falsche Anschuldigungen gegen die Geflüchteten, um am Freitag persönlich nach Donauwörth zu reisen und dort seinen Wahlkampf weiter mit rechten Forderungen nach mehr Polizei und Abschiebungen anzuheizen.

Die Geflüchteten aus der EA in Donauwörth verfassten eine Stellungnahme (vgl. unten), in welcher sie die haltlosen Beschuldigungen entkräften und zurückweisen, die Freilassung der Gefangenen fordern, sowie Anerkennung der Asylanträge, Arbeitserlaubnis und Schutz vor der Polizei.

Antirassistische Initiativen sowie Menschenrechtsorganisationen solidarisieren sich mit den Betroffenen und ihren Forderungen und fordern darüber hinaus die Kündigung der SozialarbeiterInnen, welche ihr Mandat gegenüber den BewohnerInnen der EA verletzten.

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