#1 Kampagnenstart am Münchner Rindermarkt

Am Rindermarkt (München) startete am Sonntag, 30.September 2018 die Kampagne #DW32 – Rassistische Gewalt entfacht Leid für Geflüchtete. Auf dem Rindermarktbrunnen wurde ein Schild mit der Aufschrift angebracht „Hört die Stimmen der Unterdrückten“. Rindermarkt ist der Ort, an dem Geflüchtete als „Non Citizen“ im Jahr 2013 ihren Forderungen mit einem Hungerstreik Gehör verschafften und von der Polizei rechtswidrig und brutal geräumt wurden.
Im Rahmen der Kampagne wollen wir die Kämpfe in Lagern wie Donauwörth öffentlich sichtbar machen, solidarisch mit den Betroffenen von Repression stehen und die Anklagen umkehren. Anfang des Jahres wurden dort u.a. die 80 Cent Jobs bestreikt. Zuvor und während des Streiks suchten die Geflüchteten immer wieder erfolglos den Dialog mit den Verantwortlichen. Mit dem Besuch des Innenministers in der EA wurde jede Möglichkeit gehört zu werden zurück gewiesen: “Wir dachten, wir hätten nun endlich die Möglichkeit, ihm unsere Version der Geschichte zu erzählen. Doch dann hörten wir, dass der Minister nicht mit Schwarzen Menschen sprechen wolle.”

Macht mit bei der Soli-Aktion: 32 Forderungen – 32 Inhaftierte aus Donauwörth

14. März 2018: Massive Polizeigewalt wurde in der damaligen Erstaufnahmeeinrichtung gegen Geflüchtete angewendet. 29 Personen wurden hierbei verhaftet, und zum Teil aus der Haft abgeschoben. [Einen etwas älteren Text zu den Vorkommnis findet Ihr hier].
Am 7. November starten die Gerichtsprozesse in Augsburg. Nicht nur Donauwörth, sondern auch Deggendorf, Ellwangen und Waldkraiburg zeigen, dass Polizeigewalt und Kriminalisierung von geflüchteten Menschen überall sind.
Lasst uns auch antirassistische Forderungen überall hinbringen.
Macht mit bei der Kampagne: Druckt eine Forderung aus, zeigt sie an einem öffentlichen Ort oder Denkmal, macht ein Foto und schickt es uns.

Twitter and Facebook: @antira_muc

Join the Solidarity-Action: 32 demands – 32 detainees of Donauwörth

14th of March 2018: Massive police violence took place in the Donauwörth reception center. 32 people were taken away by police. 29 were detained, many of them deported afterwards. [A slightly older piece about these events can be found here].
On the 7th of November, the trials will start in Augsburg. Not only Donauwörth – but also recent events in Deggendorf, Ellwangen, and  Waldkraiburg show that racist police violence and criminalisation of refugees are everywhere.
Let’s bring anti-racist demands everywhere!
Join the campaign: Print out one of the demands, show it on a public place or monument, take a picture and send it to us. Get in touch with us for more info:

solidarity.with.refugees@riseup.net  Twitter and Facebook:  @antira_muc

Chronology of the Events in the Donauwörth Reception Camp – David Jassey

David Jassey, a former member of the Gambian Integration Committee and its executive, tells about the self-organisation of the Gambian refugees in the Donauwörth asylum camp (Bavaria, Germany) and analyses the effect of the massive police attack in the the camp on 14 March 2018. The 30 Gambian refugees who were arrested in this operation still suffer from their victimisation (more information on the support campaign, see end of the text).

by David Jassey (July 2018)

Between November 2017 and March 2018 Gambians were the majority among the refugees in the Donauwörth asylum reception camp even as there were also other nationalities like Turkish, Georgians, Pakistanis and Somalians. We Gambians came to first know one another in the camp. Although we were confronted with a lot of difficulties in the camp as asylum seekers, we knew we needed to organise ourselves if we wanted to be integrated in our new German society. Continue reading “Chronology of the Events in the Donauwörth Reception Camp – David Jassey”

Eine Chronologie der Ereignisse in der Erstaufnahmeeinrichtung Donauwörth – David Jassey

David Jassey, ehemaliges Mitglied des gambischen Integrationskomitees und dessen Exekutive, berichtet über die Selbstorganisation der gambischen Flüchtlinge im Ersaufnahmeeinrichtung Donauwörth (Bayern) und analysiert die Auswirkungen des massiven Polizeiangriffs im Lager am 14. März 2018. Die 30 gambischen Flüchtlinge, die bei dieser Operation verhaftet wurden, leiden noch immer unter ihrer Viktimisierung (weitere Informationen zur Unterstützungskampagne, sh. Ende des Textes).

Von David Jassey

Im Erstaufnahmelager Donauwörth leben Menschen aus der Türkei, Georgien, Pakistan, Somalia und anderen Nationen. Zwischen November 2017 und März 2018 stellten Geflüchtete aus Gambia die Mehrheit der Bewohner_innen. Die meisten von uns Gambier_innen lernten sich erst im Lager kennen. Obwohl wir Asylsuchende mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert waren, wussten wir, dass wir uns organisieren müssen, wenn wir in die deutsche Gesellschaft integriert werden wollen. Continue reading “Eine Chronologie der Ereignisse in der Erstaufnahmeeinrichtung Donauwörth – David Jassey”

There is nothing to celebrate! – Protests against the opening of the Landesamtes für Asyl in Manching / Ingolstadt on 27/07/2018

Against Deportations and forced camp residence.

On the morning of Friday 27th of August, Söder and Herrmann are coming to Manching to celebrate the inauguration of the state office of asylum. We find this sickening. The CSU is hereby realising its plans to accelerate deportations and augment their powers on a state level. They are making true on their threats, motivated by racism, to take the violent deportation of people into their own hands and to make the situation of refugees even less bearable. Deportations and the right-wing election campaign of the CSU are no cause to celebrate. Continue reading “There is nothing to celebrate! – Protests against the opening of the Landesamtes für Asyl in Manching / Ingolstadt on 27/07/2018”

Hier gibt’s nix zu feiern! – Proteste gegen die Einweihung des Landesamtes für Asyl in Manching / Ingolstadt am 27/07/2018

Am Freitag den 27.7.2018 kommen Söder und Herrmann vormittags nach Manching/Ingolstadt, um bei einer feierlichen Schlüsselübergabe die Einweihung des Landesamtes für Asyl zu feiern. Wir finden das zum Kotzen. Die CSU setzt mit dem Landesamt die Pläne um Abschiebungen zu beschleunigen und ihre Kompetenzen auf Landesebene auszuweiten. Damit macht sie ihre rassistisch motivierte Drohung wahr, sich selbst um die gewaltsame Ausweisungen von Menschen zu kümmern und die Situation von Geflüchteten noch unerträglicher zu machen. Abschiebungen und die rechte Wahlkampfstrategie der CSU sind für uns kein Grund zum Feiern. 

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Bayerischer Flüchtlingsrat und IMMA zur geplanten Abschiebung einer hochschwangeren Frau am 30/05/2018: „Gipfel menschenunwürdiger ‚christsozialer’ Politik“

Gemeinsame Pressemitteilung vom Bayerischen Flüchtlingsrat und IMMA e.V. vom  28. Mai 2018

Hochschwangere in Abschiebehaft

21-jährige soll 2 Tage vor Beginn des Mutterschutzes abgeschoben werden / Fünfjähriger Sohn vom Jugendamt in Obhut genommen / Flüchtlingsrat: „Gipfel menschenunwürdiger  ‚christsozialer’ Politik“

Die hochschwangere Frau A. (21 Jahre alt) war in Hengersberg, einer Außenstelle des Transitzentrum Deggendorfs, untergebracht, zusammen mit ihrem fünfjährigen Sohn und ihrem Partner, der auch der Vater ihres ungeborenen Kindes ist. Der errechnete Entbindungstermin ist am 13.7.2018, der gesetzliche Mutterschutz beginnt somit am 1.6.2018. Ab diesem Datum darf Frau A. nicht mehr abgeschoben werden. Continue reading “Bayerischer Flüchtlingsrat und IMMA zur geplanten Abschiebung einer hochschwangeren Frau am 30/05/2018: „Gipfel menschenunwürdiger ‚christsozialer’ Politik“”

Freiheit für die Geflüchteten in Donauwörth, Ellwangen, und überall! #FreeDW32!

[>> english]

Spätestens seit den jüngsten Vorkommnissen in Ellwangen stehen die Zustände in deutschen Abschiebelagern wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Doch Ellwangen ist kein Einzelfall. Eine Serie von Polizeigewalt die noch massiver ist als gewohnt zieht sich durch Bayern. Der weitere Ausbau der Befugnisse von Beamt*innen und Behörden im Mai 2017, sowie die jüngsten Verschärfungen des PAG (Polizeiaufgabengesetz) in 2017 und 2018 bedeuten auch mehr Gewalt. Menschen wurden schon immer in sogenannten ‘Gemeinschaftsunterkünften’ isoliert, degradiert, ihrer Rechte beraubt, von der Polizei schikaniert und bei Abschiebungen verletzt.  Gewaltausübung und Razzien in Lagern sind also keine Neuheit. Gleichzeitig nehmen die Gewaltexzesse und Repressionen nicht nur zu, sondern werden sogar rechtlich vereinfacht. Die Anzahl der Polizeiausschreitungen ist genau in den Monaten gewachsen, als die Diskussionen um das PAG lauter wurden, und die AnkER-Zentren auf der Wunschliste von CDU, CSU und SPD landeten. Continue reading “Freiheit für die Geflüchteten in Donauwörth, Ellwangen, und überall! #FreeDW32!”

Freedom for the refugees in Donauwörth, Ellwangen, and everywhere! #FreeDW32!

[>> deutsch]

At least since the recent events in Ellwangen, the conditions in German deportation camps have once again been back in the public eye. But Ellwangen is not an isolated case. A series of police violence that is even more massive than usual is spreading across Bavaria. The further expansion of the competences of the state administration in May 2017, as well as the recent tightening of the PAG (Police Tasks Act) in 2017 and 2018 also mean more violence. People have always been isolated, degraded, deprived of their rights, harassed by police and injured in deportations in so-called ‘community accommodations’. Violence and raids in these camps are therefore not new. At the same time, the excesses of violence and repression are not onlyh increasing, but are even made easier in legal terms. The number of police attacks has grown precisely in the months in which the discussions about the PAG have become louder, and the AnkER centres have been on the wish list of the CDU, CSU and SPD. Continue reading “Freedom for the refugees in Donauwörth, Ellwangen, and everywhere! #FreeDW32!”